Der Bücherwurm

Wie war und ist es

beim Bücherwurm gelaufen?

 

Wie war und ist es beim Bücherwurm gelaufen?

 

Als der Lockdown kam, war relativ schnell klar, wir müssen was machen. Nur was, war die Frage.

Anfangs war der Laden zu und meine Mitarbeiterin, die Steffi Beck, arbeitete telefonisch und
per E-Mail von zuhause aus. Ich war im Laden und richtete die Bestellungen, die per Telefon oder
E-Mail eingingen bei der Steffi. Doch bereits nach einer Woche war klar, ich kann die Vielzahl an Bestellungen nicht mehr alleine abarbeiten und ausfahren. So waren wir wieder zu Zweit im Laden und hatten ordentlich zu tun. Nachdem wir auch Beschäftigungspakete für Familien anboten, fuhr ich anfangs noch in andere Stadtteile, um auch dort die Familien glücklich zu machen. Es war ja wirklich ein großer Bedarf da, um die Kinder, die nun alle zuhause waren, zu beschäftigen.

 

Die nächste Stufe war dann, dass wir nebenan beim Zabo-Döner eine Abholstation aufbauen durften. Nun waren wir fast ausschließlich dabei, die Vielzahl der Kundenbestellungen aufzunehmen, die entsprechenden Papiertüten zu packen, die Rechnungen reinzulegen und nebenan zum Döner in die bereitgestellten Wannen einzusortieren. Es war ein unglaublicher Andrang an Bestellungen und uns kam es ein wenig wie im Weihnachtsgeschäft vor.
Zusätzlich zu unserer eigenen Kundschaft kamen manche aus anderen Stadtteilen, um unser Angebot für Kinder abzuholen. Außerdem sind auch Amazonkunden irgendwie auf uns aufmerksam geworden oder sie haben gemerkt, wie wichtig es doch ist, den örtlichen Handel zu unterstützen. Amazon lieferte Bücher wohl auch nicht mehr so zeitnah wie vorher, da die Priorität dort auf „Gewinn bringendere Artikel“ lag, die jetzt natürlich ebenfalls gefragt waren,
da der Handel vor Ort ja ebenfalls geschlossen war.

 

Für uns bedeuteten diese Wochen, dass wir zwischen 48 und 52 Stunden gearbeitet haben,

um alles bewerkstelligen zu können. Als wir dann wieder aufmachen durften und meine Mitarbeiterin Steffi schwanger wurde, war ich plötzlich allein im Laden und das war heftig.

 

Von heute auf morgen plötzlich ohne Unterstützung zu sein und alles alleine zu schaffen, war anstrengend und ich hatte das Gefühl, wenn ich nicht bald eine neue Mitarbeiterin oder Mitarbeiter finde, muss ich den Bücherwurm für ein paar Tage schließen, da meine Woche dann auf 55 Stunden hinauslief und ich Samstag Nachmittag völlig erschöpft nach Hause kam, um dann den Sonntag wieder Kraft zu Tanken.

 

Ich schloss den Laden dann wirklich von Donnerstag bis Sonntag und die meisten meiner Kund*innen verstand dies auch. Ich schöpfte wieder Energie in diesen vier Tagen bei Freunden im Allgäu und war startklar für die kommenden Wochen.

 

Dann fand ich einen neuen Mitarbeiter - Hendrik Richter - und ich musste nur noch auf den Tag hinarbeiten, bis er bei Thalia in Nürnberg aufhören und im Bücherwurm anfangen konnte!

Am 1. August war es dann endlich so weit und ich konnte wieder durchschnaufen. Er hat es mir dann auch noch ermöglicht, sich selbst nach zwei Wochen Einarbeitungszeit ins kalte Wasser zu stürzen, und mir zwei Wochen Urlaub zu gönnen. Denn zu dem Zeitpunkt war ich wirklich urlaubsreif. Wir telefonierten einmal am Tag miteinander und er meisterte die Aufgaben, die täglich anfielen mit Bravour. Ich war sehr dankbar für diese zwei Wochen, denn ich wusste ja, im September geht die Schule wieder los und das letzte Quartal ist bei mir noch mehr Arbeit wegen der Schulbestellungen und dem kommenden Weihnachtsgeschäft.

So war die Pause wirklich wichtig für mich!

 

Mittlerweile sind wir ein gut eingespieltes Team und haben viel Freude miteinander, da wir denselben Humor teilen und uns immer wieder gegenseitig zum Lachen bringen, was eine schöne Leichtigkeit in den Bücherwurm bringt. Steffi Beck geht es auch gut und wenn alles so gut weiterläuft, wird ihr Kind im Dezember zur Welt kommen. Sie hat erst 2022 wieder vor, auf Stundenbasis im Bücherwurm zu arbeiten.

 

Wie Sie sehen, hat der Lockdown sich sehr unterschiedlich im Handel ausgewirkt. Die einen hatten keinen bzw. kaum noch etwas zu tun und die anderen wussten vor lauter Arbeit nicht wohin.

Ich hoffe sehr und wünsche uns allen, dass Sie, liebe Zaboaner, die Restaurants wie auch das Stille Wasser und das Reisebüro vor Ort unterstützen, da diese am meisten leiden mussten und nun die kommende Winterzeit überstehen müssen mit den eingeschränkten Sitzmöglichkeiten. Mögen wir alle dafür sorgen, dass niemand während oder nach dieser Zeit schließen muss, weil er es finanziell nicht mehr stemmen kann. Möge Zabo solidarisch sein! 

 

Herzliche Grüße Ihre Manuela Mankus